Die Jugend ist unsere Zukunft … usw. Wie oft hört man das in Sonntagsreden. Sie lebt aber auch im hier und jetzt. Wer in der Zukunft gut ausgebildete und engagierte Menschen in seinem Land haben will, der muss bereits in Kinder und Jugendliche investieren und damit in erster Linie in Bildung. Bildung findet aber nicht nur in der Schule statt. Ganz im Gegenteil, nur einen Bruchteil von dem, was ein Mensch alles erlernt in seinem Leben, hat er aus der Schule. Damit will ich nicht sagen, dass wir keine Investitionen in Kindergärten, Schulen und Universitäten brauchen. Ganz im Gegenteil, die brauchen wir dringender denn je. Nein, wir brauchen aber auch ein breites Angebot an Jugendverbänden- und vereinen. Ein Angebot, dass von politischen über konfessionelle bis hin zu lebensrettenden Verbänden reicht. Ein Angebot, dass die Vielfältigkeit der Interessen von jungen Menschen widerspiegelt. Es ist ein Irrglaube, dass ein paar wenige große Verbände das leisten können, was ein Mix aus Großen und Kleinen leisten kann.
In Jugendverbänden und –vereinen lernen junge Menschen das Streiten um Ideen, das Finden von Kompromissen, üben sich in dem, was sich Demokratie nennt. Eine „Fertigkeit“, die sie an vielen Stellen in unserem demokratischen Gemeinwesen brauchen. Mehr noch, unser Land braucht Menschen die Demokratie leben wollen, sonst funktioniert es nicht, zu mindestens nicht so wie wir uns das wünschen.
Wir brauchen eine vielfältige Trägerlandschaft, wie sie seit 1990 entstanden ist für unser Land. Wir brauchen sie mehr als manch gigantisches Straßen-, Brücken- oder Tunnelprojekt.
André Schnabel, DGB-Jugend Sachsen |